Ein Februar-Wochenende am Gardasee
Ein langes Wochenende am Gardasee kann sich wie ein Kurzurlaub für alle Sinne anfühlen. Wir starten unseren Kurztrip samt E-Bike und planen Touren eher abseits des Sees. Zwischen Olivenhainen und Zypressen vergessen wir fast, dass wir nicht in der Toskana sind und ergeben uns der Schönheit der Natur, die das beliebte und in den Sommermonaten auch mal überlaufenem Urlaubsziel Gardasee umgibt. Es beginnt eine Reise, die Genuss, Bewegung und nachhaltigen Luxus auf besonders leichte Weise verbindet.
Schon die Anfahrt nach Lazise stimmt ein auf das Dolce Vita. Kleine Gassen, pastellfarbene Häuser und die sanft schaukelnden Boote im Hafen vermitteln dieses unverwechselbare Gardasee-Gefühl. Etwas außerhalb checken wir ein in das Quellenhof Luxury Resort Lazise. Das stilvolle Wellness Resort liegt leicht erhöht, mit Blick über die Landschaft – modern, klar, stilvoll. Nachhaltigkeit wird hier nicht inszeniert, sondern gelebt: regionale Produkte, energieeffiziente Architektur, viel Raum für Ruhe. Perfekt für ein verlängertes Wochenende mit Auto und/oder Rad, wenn man die Region aktiv entdecken möchte.

Unterwegs mit dem E-Bike – zwischen See und Hügeln
Der Gardasee ist wie gemacht für entschleunigte Entdeckungen auf zwei Rädern. Mit dem E-Bike geht es direkt vom Hotel hinaus in die sanften Moränenhügel südlich des Sees. Die Wege führen vorbei an Weinreben, Olivenbäumen und kleinen Höfen. Richtung Süden verändert sich die Landschaft: weniger See, mehr Weite. Die Luft wird wärmer, die Felder weiter. Hier beginnt die Region zwischen Gardasee und Verona. Eine Gegend, die oft im Schatten der berühmten Stadt steht und gerade deshalb ihren ursprünglichen Charme bewahrt hat.
Weinmomente: Custoza & Lugana
Die Region ist ein Paradies für Weißweinliebhaber. Besonders der Custoza begeistert mit seiner Frische, floralen Noten und feiner Mineralität. Ein idealer Begleiter für einen leichten Lunch. Er wird seit vielen Jahrzehnten in der Gegend zwischen Peschiera und Verona angebaut und gibt dieser Region somit ihren Namen.
Noch bekannter ist der Lugana, der südlich des Sees auf mineralreichen Böden gedeiht. Kraftvoller, strukturierter, mit feiner Zitrusnote.
Viele Weingüter setzen inzwischen auf nachhaltige Anbaumethoden, reduzierte Bewässerung und biologische Bewirtschaftung eine Entwicklung, die man schmeckt.
Arciera: Ein junger Stern im Lugana-Himmel
Nicht weit vom Ostufer des Sees, versteckt zwischen den sanften Hügeln von San Benedetto di Lugana steht ein altes Gebäude, welches gerade Stück für Stück renoviert wird. Sind im hinteren Gebäude die Dächer noch morsch und eingestürzt, so ist der vordere Teil bereits geschmackvoll und traditionsbewusst renoviert. Dieses junge Weingut ist für mich zu einem der schönsten Entdeckungen unseres Trips geworden. Hier entsteht der Lugana DOC Arciera. Entstanden ist er aus der Leidenschaft zweier Brüder, Daniel und Nicola Dal Cero, die mit Respekt vor Tradition und einem klaren Blick in die Zukunft einen Weißwein kreieren, der die Seele des Sees in der Flasche einfängt. Was diesen Lugana so spannend macht? Die Trauben der autochthonen Turbiana wurzeln in mineralstoffreichen Böden nur wenige hundert Meter vom Gardasee entfernt. Dieses Terroir, geprägt von der Nähe zum Wasser, den kühlen Nächten und dem warmen Tageslicht, verleiht dem Arciera eine strahlende Frische, eine feine Mineralität und ein elegantes, doch zugleich kraftvolles Aromenspiel von fruchtigen und floralen Nuancen. Der Wein spiegelt nicht nur den Charakter des Gardasees wider, sondern auch die Philosophie des Weinguts: jung, ambitioniert und im Einklang mit der Natur. Der Name, mit einer symbolischen „Pfeilspitze“ im Logo, steht für Zielstrebigkeit und Präzision – passend zu unserer E-Bike-Tour durch die Weinberge, bei der jede Kehre uns neue Ausblicke und neue Geschmackserlebnisse schenkte.

Borghetto – Postkartenidylle am Fluss
Ein absolutes Highlight jeder E-Bike-Tour ist Borghetto sul Mincio. Das kleine Dorf, zugegebenermaßen sehr touristisch und vermutlich zu anderen Jahreszeiten hoch frequentiert, wirkt wie aus der Zeit gefallen: alte Wassermühlen, Natursteinbrücken, blühende Balkone an kleinen Häuschen. Der Fluss Mincio fließt ruhig hindurch und verleiht dem Ort eine fast märchenhafte Atmosphäre. Hier sollte man unbedingt eine kleine Pause einlegen, vielleicht sogar die hausgemachten Tortellini probieren, eine Spezialität der Region. Wir trauen uns das aber lieber nicht, zu groß scheint die Überwindung danach wieder aufs Rad zu steigen. So fahren wir nach einem kleinen Spaziergang weiter.
Überraschung: Kiwi-Anbau am Gardasee
Was viele nicht wissen: In der Region rund um Lazise und Valeggio werden tatsächlich Kiwis angebaut. Das milde Klima zwischen See und Ebene schafft ideale Bedingungen. Während man mit dem Rad durch die Felder fährt, entdeckt man immer wieder die weit gespannten Rankgerüste der Plantagen.
Diese Gegend ist vielfältig und fruchtbar: Oliven, Wein, Pfirsiche und eben auch Kiwis prägen das Landschaftsbild.
Verona – Kultur trifft Lebensart
Ein Abstecher nach Verona rundet das Wochenende perfekt ab. Die elegante Stadt verbindet römische Geschichte mit italienischer Lebensfreude. Ein Spaziergang durch die Altstadt, ein Espresso auf der Piazza, vielleicht ein Besuch in der Arena – und danach zurück in die Ruhe nach Lazise.
Ein langes Wochenende am Gardasee, zwischen Lazise und Verona, zwischen Custoza und Lugana, zwischen E-Bike-Tour und Spa-Momenten. Eine kleine Auszeit vom Alltag.
